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Pommes im Revier

Schale mit Pommes (Foto: Christian-Fischer/Shutterstock)

Der Kult aus der Friteuse

Ein Leben ohne Pommes? Sinnlos - würden wohl die meisten Revierbewohner raunen. Dabei verdankt die Fritte ihre Existenz einem kalten Winter in Belgien. Wie die frittierten Kartoffelstäbchen zu einem der beliebtesten Gerichte aufstiegen, welche Maße die längste Pommes der Welt hat und welche Pommesbuden im Pott so richtig Kult sind - das verrät rewirpower .de.

Plakat Frittenmuseum (Foto: Aus dem Mediendownload)

Die Geschichte der tollen Knolle

Das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen ist bekanntermaßen Belgien. Dort wurde die Pommes erfunden. Zur Entstehung dieses Imbissklassikers findet man folgende Geschichte: Bürger der südbelgischen Stadt Mons sollen besonders gerne kleine in heißem Fett frittierte Fische verspeist haben. Doch im Winter gaben die zugefrorenen Gewässer nur wenige Exemplare her. Also sollen die Feinschmecker gegen 1830 zum ersten Mal auf die Idee gekommen sein, Kartoffeln in dünne, lange, fischähnliche Stäbchen zu schnitzen, um diese dann frittiert zu essen. Damit war die Pommes frites geboren.

Die Amerikaner lernten die Pommes im ersten Weltkrieg als Lieblingsspeise von belgischen Soldaten kennen. Zuhause erzählten die US-Truppen dann von den „French Fries“ . Ein kleiner geografischer Irrtum, der wohl darauf zurückzuführen war, dass viele belgische Soldaten französisch sprachen. Der Begriff der „French Fries“ war dennoch in der amerikanischen Welt – und blieb. Wer sich die Geschichte der Pommes hautnah ansehen möchte, der kann in Brügge das erste Frittenmuseum der Welt besuchen.

Kartoffelhaufen (Foto: PRILL Mediendesign und Fotografie /Shutterstock.com)

Auf die Kartoffel kommt es an

Für eine schöne, lange und goldgelbe Pommes benötigt der Friturist (so nennt man in Belgien einen professionellen Frittenbrater) die richtigen Kartoffeln. Dazu eignen sich naturgemäß besonders die großen Knollen. In Deutschland nutzen Pommes-Hersteller gerne die Sorten Agria oder Bintje. Letztere ist übrigens zur Kartoffel des Jahres 2012 erkoren worden. Die längste Fritte sollen zwei französische Gärtner im September 2009 frittiert haben. Sie schnitten Pommes aus einer Kartoffel von 26 Zentimeter Länge. Die Fritte selbst „schrumpfte“ im Fett auf immer noch stattliche 24,5 Zentimeter Länge und gilt damit als längste Pommes der Welt. Sie wurde zum Beweis tiefgefroren. Ins Guinnes Buch der Rekorde schaffte es ein anderes Pommes-Projekt: Chris Verschueren, belgischer Imbissbudenbesitzer, hat einen Weltrekord mit 1,5 Tonnen Kartoffeln an der Friteuse aufgestellt. Er frittierte 83 Stunden lang Pommes!

Pommes mit Currywurst (Foto: Mikus, Jo/ Shutterstock.com)

Ab in den Pott

Wie die Fritten genau ins Ruhrgebiet kamen, ist nicht detailgenau überliefert. Fest steht nur, dass die frittierten Kartoffelstäbchen ziemlich schnell zum absoluten Renner aufstiegen. Wahrscheinlich brachten belgische Soldaten das typische Frittiergericht über die westdeutsche Grenze ins Ruhrgebiet. Die meisten traditionellen Imbissstuben entstanden in den 1950/60er-Jahren, als das Revier zur großen Arbeiterregion angewachsen war. Wer hart arbeitete, der hatte Hunger. Da boten sich die fettigen Fritten zusammen mit einer leckeren Currywurst geradezu an. Frei nach Grönemeyer: „Kommse vonne Schicht,
 wat schönret gibt et nich als wie Currywurst mit Pommes dabei...“

Pommes, Pommfritt, Pommes Frites?
Ja, wie heißen sie denn? Oft unterliegen Gerichte regionalen Bezeichnungen. Was für die einen ein Berliner ist, ist für die anderen ein Krapfen. Ähnlich verhält es sich mit den frittierten Kartoffelstäbchen. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung ergab, dass die meisten Deutschen einfach „Pommes“ sagen. Zwischen Mainz und Köln tritt häufiger die Bezeichnung Fritten auf – aber auch hier soll der Begriff der Pommes auf dem Vormarsch sein. In Süddeutschland und Teilen von Österreich nennen die Bürger ihre frittierten Stäbchen Pommfritt. Und in Ostdeutschland sagen auch einige eher „Pommfritts“.

Typisch Ruhrgebiet

Das Statistische Bundesamt zählte 2009 bundesweit 29.727 Imbissstuben. Im Revier steht gefühlt an jeder Ecke eine. Aber natürlich haben hier einige eine besondere Tradition. Zum Beispiel die „Peter Pomms Pusztetten Stube" in Duisburg, wo schon Schimanski speiste und wo der angeblich wahre Ursprung der Currywurst liegen soll. Oder die Imbissbude "Pommes Rot-Weiß" unweit des Borsigplatzes in Dortmund. Hier wurde 1909 der BVB gegründet. Damals nannte sich das Lokal noch „Zum Wildschütz“.

Pommes Schranke
Ein Klassiker im Revier ist natürlich die "Pommes Schranke". Wer dieses Gericht zwischen Duisburg und Dortmund bestellt, der weiß, was auf dem Teller liegen muss: Pommes, Mayo und Ketchup. Die Farbkombination der Saucen hat den Revierbürger eben an eine Bahnschranke denken lassen - und fertig war der Name.