drehte, schrieb, produzierte und spielt die Hauptrolle in "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (Bundesstart: 22.07.)
(tsch) Sky du Mont vergleicht ihn ganz ernsthaft mit Stanley Kubrick. Und Til Schweiger, der es ja wissen muss, ist sich sicher: "Eines Tages wird er Hollywood-Filme machen." Große Worte für einen, dessen Karriere in Deutschland einzigartig ist. Die Filmhochschule München lehnte Michael "Bully" Herbig vor vielen Jahren ab. Er ging alleine seinen Weg und drehte mit "Der Schuh des Manitu" den erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten. "Diesmal hatte er, dank des Erfolges, noch ganz andere Möglichkeiten beim Dreh. Und auch er selbst ist reifer geworden", sagt Sky du Mont, der wieder eine Hauptrolle spielt. "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" startet am 22. Juli in den deutschen Kinos.
Druck. Immer wieder die Frage nach dem Druck. Wer einen Film gemacht hat, der wie "Manitu" mehr als elf Millionen Zuschauer hatte, kommt nicht umhin, sich mit neuen Anforderungen auseinander zu setzen. Herbig, längst zum erfahrenen Medienprofi avanciert, stapelt tief und erinnert an seinen ersten Kinofilm "Erkan & Stefan" (2000) als Regisseur, der 1,3 Millionen Zuschauer hatte. "Der Dritte muss nicht mehr als der Zweite, sollte aber mindestens so viel wie der Erste haben", meint Herbig - wissend, dass 1,3 Millionen für einen deutschen Kinofilm normalerweise sensationell viel wäre, für sein "(T)Raumschiff" aber eine Enttäuschung.
Aber Bully geht es geschickt an, scherzt noch immer frei drauf los in Interviews und erweckt den Eindruck, als sei dies alles nicht mehr als ein lustiges Spiel. So nutzt er die besondere Ausgangsposition seines aktuellen Neun-Millionen-Euro-Projektes. Auf der Homepage seiner TV-Sendung "Bullyparade" hatte er das Publikum entscheiden lassen, welches Kinoprojekt er als nächstes angehen solle. Knapp fiel das Resultat aus, und nun sei der Zuschauer quasi in der Pflicht, das Gewählte auch anzunehmen. Dass es sich dabei um die Homo-Persiflage von "Star Trek" handelte (mit weiteren Veralberungen von Hollywood-Filmen dazu), machte es kaum einfacher. Noch zum Start von "Der Schuh des Manitu" hatte Herbig eben diesen Film so gut wie ausgeschlossen: "Die '(T)Raumschiff'-Sketche funktionieren in der 'Bullyparade' zwei Minuten lang, weil der Crew dort ständig langweilig ist und sie sich darüber streitet, wer die Käsesahne holen und den Müll runterbringen soll. Für 90 Minuten ist das zu wenig."
Nun also geschieht ein dickes Abenteuer drum herum, mit Zeitreise zu den Rittern inklusive und reichlich Spezialeffekten. "100 Prozent deiner Vision kriegst du nie auf die Leinwand. Aber computergenerierte Bilder helfen dir dabei, so nahe wie möglich heranzukommen." Zwei Jahre vergingen diesmal, bis der Film fertig war. "Es war das mit Abstand Größte, was ich je gemacht habe." Dabei lobt so gut wie jeder Darsteller im Team die Akribie, die Herbig in all der Zeit an den Tag legte. "Er ist supergenau, ein Tüftler", sagt Christian Tramitz, der im Film Käpt'n Kork spielt. "Das macht einen großen Teil seines Erfolges aus. Ich hätte den Film wahrscheinlich in der Hälfte der Zeit gedreht. Wir hätten viel Geld gespart. Aber es würden sicher auch viel weniger Leute ins Kino gehen."
Dabei ist Bullys Erfolgsgeheimnis, dass trotz aller praktischen Präzision seine Filme bisher stets ein bisschen wie spielerische Übungen daherkamen. Und der 36-Jährige trifft wie kaum ein anderer den Humor der Masse. Man mag sich streiten über den Witz, den Herbig pflegt, der in der Regel ein einfacher ist. Aber eben treffsicher vom Volke abgeschaut. Die ursprüngliche Idee, die Star-Trek-Crew als Homosexuelle durch den Weltraum reisen zu lassen, hatte er, als ein schwuler Maskenbildner ihn unter seine Fittiche nahm. Und schon Anfang der 90er-Jahre, als Herbig im Radio auf sich erstmals aufmerksam machte, brach er zwar mit Konventionen, aber eben immer so, dass es ihm niemand übel nehmen konnte. Seine Maxime: "Du kannst dich über alles lustig machen und kannst jeden auf den Arm nehmen, wenn die Betroffenen selbst darüber lachen können. Sobald du jemanden verletzt, lass' die Finger davon."
Weitere Infos unter:
Homepage "Der Schuh des Manitu"
Homepage der "Bullyparade"
Homepage des Films
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