
Eines ist klar: Die verschiedenen Schulen der Selbstverteidigung bringen jeden Körper in Form. Doch im Training gibt es wesentliche Unterschiede, denn die Selbstverteidigungstechniken haben ihre Ursprünge in den unterschiedlichsten Regionen der Welt. New Power gibt einen Überblick der in Deutschland meist-verbreiteten Arten von Selbstverteidigung und Kampfsport.
Ursprünglich ist die japanische Kampfkunst eine Mischung aus unterschiedlichen Kampfstilen und hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts ausgebreitet. Basisregel des Aikido: die Kraft des Angreifers nutzen und in seine eigene umwandeln. Dafür ist weniger Kraft als Genauigkeit gefragt, um durch Würfe und Hebel den Gegner zu Fall zu bringen. Um die Technik wirklich zu beherrschen und zum Beispiel zur Selbstverteidigung einzusetzen, braucht es in der Regel mehrere Jahre Training. Weitere Infos: www.aikido-witten.de
Ursprünglich entwickelten schwarzafrikanische Sklaven in Brasilien die Kampftechnik, um sich im Falle eines Aufstands körperlich gegen ihre Unterdrücker durchsetzen zu können. Akrobatik, Kampfsport, Rhythmik, Reaktionsfähigkeit, Improvisation und Kreativität – durch diese Kombination ist Capoeira äußerst vielseitig. Bei uns wird der Sport in Verbindung mit Musik trainiert, weshalb viele Capoiera als Tanzsport ansehen und nicht als Mittel zur Selbstverteidigung. Weitere Infos und eine Liste von Trainingszentren in Deutschland unter: www.capoeira.de
„Siegen durch Nachgeben“ – Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf dieser Basis die japanische Kampfsportart entwickelt. Für Judoka – also Sportler, die Judo betreiben – sind die verschiedenen Würfe- und Haltetechniken sowie Armhebel aber nur ein Teil des Ganzen. Für sie ist Judo eine Lehre, bei der sich Körper und Geist vereinen. In Deutschland ist Judo bereits seit 1906 bekannt und wurde seitdem stetig populärer. Weitere Infos unter www.nwjv.de

Die chinesische Kampfkunst verbreitete sich im vergangenen Jahrhundert in der ganzen Welt. Der Name bedeutet übersetzt etwa „Weg der leeren Hand“ und beschreibt einen waffenlosen Nahkampfstil. Beim Karate wird der Körper so trainiert, dass Arme und Beine eine mit Waffen vergleichbare Schlagkraft entwickeln können – anhand von Schlag-, Stoß- und Tritt-Techniken sowie Hebeln, Würfen und Fegern. Weitere Infos im NewPower-Interview ab dem 10. Oktober mit Matthias Renkel und beim ältesten Karate-Club der Region: www.karate-wattenscheid.de
Die etwa 400 bekannten Kung-Fu-Stile lassen sich in nordchinesische und südchinesische Stile einordnen. Eine andere Einteilung ist die in äußere (Wei-Jia) und innere (Nei-Jia) Stile. Bekanntester Vertreter des äußeren Kung Fu ist das Shaolin. Während hier viel Wert auf Abhärtung des Körpers gelegt wird, steht bei den inneren Kampfkünsten wie dem Taijiquan der meditative Aspekt im Vordergrund. Allerdings existieren auch Stile wie Wing Chun, die selbst im südchinesischen Original wenig Wert auf Meditation legen. Weitere Informationen unter www.kungfu-herne.de
Arnis ist eine philippinische Kampfkunst – und eine Selbstverteidigungstechnik, bei der Bewegungsabläufe mit einem Stock trainiert werden. Sind die typischen Bewegungsmuster einmal gelernt, kann man sie mit jedem beliebigen Gegenstand umsetzen – ob mit Kugelschreiber, Buch, Handtuch, Schuh, Gürtel oder Zeitung. Aber auch ohne Hilfsmittel können die Techniken zum Einsatz kommen. Im Modern Arnis werden auch so genannte Deeskalationskonzepte unterrichtet: Nur wenn alle Versuche scheitern, einen Konflikt ohne Gewalt zu lösen, sollten Arnis-Techniken in Notwehr zum Einsatz kommen. Weitere Infos unter www.modern-arnis.de
Der südkoreanische Kampfsport hat sich seit den 1950er Jahren in der ganzen Welt verbreitet, geht aber auf Selbstverteidigungs-Techniken zurück, die seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. praktiziert werden. Heute ist Taekwondo vor allem ein – auch olympischer – Wettkampfsport, in dem Fußtechniken dominieren. Stellungen, Bewegungsabläufe und Präzision sind hier von enormer Wichtigkeit. Weitere Infos unter www.taekwondo.de
Der thailändische Nationalsport ist eine der ältesten Kampfsportarten der Welt. Thai-Boxen basiert auf der Nachahmung der Bewegungen verschiedener Tiere. Da fast alle Körperteile beim Kampf genutzt werden, ist Thai-Boxen eine der härtesten Kampfsportarten der Welt – dementsprechend hoch ist auch das Verletzungsrisiko, zum Beispiel durch Ellenbogen- und Knietechniken. In den Regelwerken der internationalen und nationalen Verbände gibt es aber unterschiedlich strenge Vorschriften, die dieses eingrenzen. Weitere Informationen gibt es in entsprechenden Trainingszentren.
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