Die Geschichte des Ruhrgebiets hat mehr zu bieten als die weithin bekannten "Kathedralen der Arbeit". In den zahlreichen historischen Schlössern und Burgen entlang der Ruhr bekommt man eine Idee davon, wie die Region vor der Industrialisierung aussah.
Wasserburg Haus Kemnade
Wasserschloss Haus Berge
Burg Blankenstein
Wasserschloss Herten
Schloss Bladenhorst
Schloss Strünkede
Burg Vondern
Schloss Horst
Haus Goldschmieding

In der idyllischen Landschaft des Ruhrtals liegt die Wasserburg Kemnade, im 17. Jahrhundert im typischen Renaissance-Stil erbaut.
Im Museumsteil sind eine Musikinstrumentensammlung mit über 500 Instrumenten und Spieluhren aus aller Welt, sowie eine Ostasiatika-Sammlung ausgestellt.
Im benachbarten Bauernhausmuseum wird die landwirtschaftliche Seite der Industrieregion dokumentiert. Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, beheimatete das Fachwerkgebäude einst die Stiepeler Meierei.
Um es vor dem Verfall zu bewahren, wurde es Anfang der siebziger Jahre an seinem alten Standort zerlegt und hinter dem Haus Kemnade wieder aufgebaut. Bäuerliches Gerät ist hier ebenso zu sehen wie Möbel des 16. und 18. Jahrhunderts aus Westfalen und dem Bergischen Land. Neben dem Bauernhausmuseum befindet sich ein Bauern- und Kräutergarten.
Wasserburg Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen
Tel.: 02324/3 02 68
Öffnungszeiten:
Winter: dienstags - sonntags 11.00 bis 17.00 Uhr
Sommer: dienstags - sonntags 12.00 bis 18.00 Uhr

Schlossgarten, schmucker See und ein spätbarockes Herrenhaus - unweit der Schalke Arena eröffnet sich dem Besucher der Wasserburg Schloss Berge ein ganz romantisches Gelsenkirchen.
Schloss Berge wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, es war über Jahrhunderte ein Familiensitz. Im Jahr 1924 kaufte die Stadt Buer (heute Stadtteil von Gelsenkirchen) das Anwesen. Um es dann fast komplett abreißen zu lassen. Übrig blieb ein dreiflügeliges Barockanwesen, das im südlichen Teil einen Barockgarten und im westlichen Teil einen englischen Garten zu bieten hat. Auf dem See lässt es sich im Sommer herrlich mit dem Tretboot in Richtung Sonnenuntergang schippern.
Heute beherbergt Schloss Berge ein Hotel und Kongresszentrum, sowie eine (Außen)Gastronomie. Die Parkanlage ist frei zugänglich.
Schloss Berge
Adensuerallee 103
45894 Gelsenkirchen
Mehr Info: www.schloss-berge.de

Hoch über der Ruhr thront die Hattinger Burg Blankenstein.
Um 1226 wurde die Burg aus den Steinen der in diesem Jahr zerstörten Isenburg erbaut.
Nach ihrer Zerstörung im dreißigjährigen Krieg um 1662 wurde wiederum aus ihren Steinen das Haus Kemnade weiter aufgebaut. Neben einigen Mauerresten blieb nur der viereckige Hauptturm erhalten.
Nach einer Renovierung ist der Turm heute wieder zu besteigen. Aus 30 Metern Höhe hat man einen herrlichen Rundblick über die reizvolle Landschaft des mittleren Ruhrtals.
Die Fachwerksiedlung im Schatten der Burg gehört zu den besonders geschützten historischen Ortskernen des Ruhrgebietes.
Burg Blankenstein
Burgstr. 16
Hattingen-Blankenstein

Wunderschön, am Rande des Ruhrgebiets, da liegt dieses spätgotische Wasserschloss in Herten. Umrundet von jeder Menge Wasser, mit einem markanten Innenhof, zeigt sich dieses Schloss als Oase der Ruhe und Erholung.
Eine Vor- und eine Hauptburg, die auf zwei Insen liegen, umrundet von einem großen Park, damit schmückt sich dieses Wasserschlos. Die Spuren seiner Entstehung können bis zum Jahr 1376 zurückverfolgt werden. An zwei Ecken des Schlosses schmiegen sich runde Türme, ausgebaut wurde es im 16. Jahrhundert von Bertram von Nesselrode. Auf dem Parkgelände befinden sich eine alte Orangerie, ein Tabakhäuschen und eine schöne Schlosskapelle. 1974 dann kaufte das Schloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, um es großzügig zu renovieren.
Heute wird das Schloss Herten und seine Nebengebäude vielfältig genutzt. Ein Teil der Neben-Anlagen wird als Sozialzentrum und Tagesklinik des Krankenhauses für Psychiatrie genutzt. Das Schloss selbst bietet Räume, um zu heiraten. Die gesamte Anlage mit Schloss ist immer wieder Gastgeber für viele kulturelle Veranstaltungen. Ein Cafe steht Besuchern zum Entspannen zur Verfügung.
Wasserschloss Herten
Im Schlosspark
45699 Herten

Schloss Bladenhorst, ein Bauwerk des 16. Jahrhunderts, ist ein hervorragendes Beispiel der deutschen Spätrenaissance, das in eigentümlicher Weise noch Elemente der Gotik mit Elementen des kommenden Barocks zu verbinden weiß.
Das heute in Privatbesitz befindliche und noch bewohnte Schloss wurde erbaut von den Herren von Viermundt.
Das Epitaph mit dem Bildnis des Ritters Philipp von Viermundt ist heute im Eingangsbereich der Lutherkirche in der Altstadt Castrop aufgestellt.
Schloss Bladenhorst
Westring
44575 Castrop-Rauxel
Mehr Info:

Das Wasserschloß Strünkede, einst Sitz des alten Edelgeschlechts gleichen Namens, ist ein Renaissancebau aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Im Schlosspark ließ Bernd von Strünkede 1272 die Schlosskapelle errichten, heute das älteste erhaltene Bauwerk im Stadtgebiet.
Eine der Hauptattraktionen ist das Grabdenkmal des "gelehrten" Jobst von Strünkede, das von seiner Frau Henrieca von Hatzfeld gestiftet wurde.
Wer heute durch die hohen Räume des noblen Hauses wandelt, findet die richtige Atmosphäre vor, um in alter Geschichte zu stöbern. Das historische Pensum reicht vom Riesenhirsch und Mammutknochen in der Abteilung Ur- und Frühgeschichte bis zu den prächtigen Biedermeier-Möbeln aus dem 19. Jahrhundert.
Emschertal-Museum
Schloß Strünkede Herne
Karl-Brandt-Weg 5
44629 Herne
Tel.: 0 23 23 / 16 26 11
Mehr Info:

Das genaue Alter der Burg Vondern in Oberhausen ist unbekannt. Die erhaltenen Bauten stammen aus verschiedenen Epochen, etwa ab dem 13. Jahrhundert.
Das Torgebäude und die südliche Wehrmauer entstanden wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Sie zeigen mit den starken Mauern und Schießscharten sowohl den wehrhaften Zweck, als auch spätgotische Zierformen in Gesimsen, Fenstern und Gewölben.
Das Haupthaus wurde zur Barockzeit im späten 17. Jahrhundert gebaut. Dabei wurde eine ältere Fassade als jetzige Rückwand genutzt. Der "Wassergraben" von heute ist nur Rest der ursprünglichen Gräfte, deren Wasser infolge von Bergsenkungen immer wieder versickerte.
Nachdem die Burg Vondern schon fast zur Ruine verfallen war, wurden die historischen Teile mit vereinten Kräften von Bund, Land, Stadt und einem Förderkreis bis 1995 gesichert und mit einer neuen Nutzung belebt. Die Burg wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Burg Vondern
Arminstraße
46117 Oberhausen
Tel. 0208 / 89 34 15
Info:www.burg-vondern.de

Zwischen 1558 bis 1578 ließ der Marschall Rüttger von der Horst auf den Resten einer mittelalterlichen Burganlage eine Residenz erbauen.
In Anlehnung an niederländische und französische Vorbilder entstand ein Repräsentationsbau, der in der Region zwischen Ruhr und Lippe konkurrenzlos war. Eine große Vierflügelanlage als Wasserschloss mit vier Wohntürmen wurde errichtet, von denen man auf das davor liegende Torhaus und die Wirtschaftsgebäude hinabsehen konnte.
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Schloss Horst vernachlässigt, nur noch selten bewohnt und schlecht gepflegt. Die Verwahrlosung der Anlage war die Folge, so dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Teile abgerissen werden mussten. Von der prächtigen Anlage blieben deshalb bis heute nur der so genannte Dienerflügel und ein Teil des Herrenhauses erhalten.
Das Gebäude wurde in den 1990er Jahren sorgfältig restauriert. Heute dient das Schloss unter anderem als Standesamt der Stadt Gelsenkirchen.
Unter www.schlosshorst.de kann man sich über das Fortschreiten der archäologischen Ausgrabungen rund um das Schloss informieren.
Schloss Horst
Turfstr. 21
45899 Gelsenkirchen
Tel.: 0209-169-6162

Nach einem Umbau im 17. Jahrhundert ist nur noch eine Hälfte des ursprünglichen Herrenhauses erhalten. Wichtigstes Ausstattungsstück des Hauses ist ein prachtvoller Renaissancekamin.
1872 erwarb der irische Unternehmer William Thomas Mulvany (1806-1885) Haus Goldschmieding. Er hatte in der Umgebung die Bergwerksgesellschaften Erin und Hibernia gegründet.
Das Haus diente der Familie Mulvany als Sommersitz. Mulvany legte einen Landschaftspark an und förderte den Reit- und Pferderennsport, insbesondere durch die Anlage einer Natur-Rennbahn am Haus Goldschmieding. Sein Sohn Konsul Thomas Mulvany ließ 1895 noch einmal größere Umbauten vornehmen; aus dieser Zeit stammt die Eingangstreppe. 1905 wurde der Bau an die Gelsenkirchener Bergwerks AG verkauft, die ihn 1950 für knapp zwei Jahrzehnte der "Gesellschaft für moralische Aufrüstung" als Gästehaus überließ. 1968 erwarb die Stadt Castrop Goldschmieding.
Heute beherbergt Haus Goldschmieding ein exklusives Restaurant. In einem Neubau entstand ein Hotel. Der weitläufige Park ist frei zugänglich und mit zahlreichen modernen Skulpturen geschmückt.
Restaurant Haus Goldschmieding
Heinrichstraße
Castrop-Rauxel
Fon 0 23 05-3 01 32
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