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Nachhaltige Weihnachten

Grüne Weihnachtsdeko (Foto: Shutterstock/Marilyn Barbone)

Wie grün sind deine Blätter?

Berge aus Geschenkpapier, jede Menge Plastikdeko und ein Weihnachtsbaum frisch aus der überdüngten Monokultur-Plantage – schon ist das Weihnachtsfest eine einzige Ökosünde. Hier einige Tipps, wie es besser geht!

1. Die Geschenke – Grundsätzliches

Es klingt vielleicht banal, ist aber ein zentraler Tipp: Erst nachdenken und dann schenken. Denn bevor man irgendetwas kauft, um ja nicht mit leeren Händen dazustehen, lohnt es sich, noch einmal zu überlegen, ob die betreffende Person damit wirklich etwas anfangen kann. Ansonsten riskiert man, dass das unliebsame Geschenk vielleicht direkt in die Tonne wandert. Wenn Sie besondere Wertschätzung ausdrücken wollen, dann kann ein kleines selbstgemachtes (Zusatz)Geschenk das Richtige sein. Wie wäre es mit einem Glas eingekochter Marmelade, mit selbst kreierten Etiketten? Oder mit einem selbstgestalteten Fotobuch? Einem selbst entworfenen Gutschein für gemeinsame Stunden beim Kino, Konzert oder Essen? Können Sie stricken? Nähen? Machen Sie etwas Schönes daraus. Das ist kreativ, regional und plastikfrei.

Frau hält Einkaufstasche (Foto: Schulterstück/nito)

2. Das Geschenke-Shoppen

Online-Shoppen boomt und eine Recherche des WDR zeigte 2018, dass das Einkaufen via Klick – je nach Produkt – sogar die klimafreundlichere Variante sein kann. Denn Berechnungen des Öko-Institutes machten deutlich, dass etwa bei einem Onlinekauf von Schuhen weniger CO2 anfällt als bei einer Shoppingtour in der City. Das hat damit zu tun, dass das Warenlager und der Versand nicht so viel Energie verbrauchen, wie es ein großes, dauerbeheiztes Schuhgeschäft in der Stadt tut. Wer dann noch mit dem Auto in die City fährt, verschlechtert seine Öko-Bilanz zusätzlich. Doch ganz so einfach ist es mit der Bilanz nicht: Denn sobald man online bestellt, fällt viel Verpackungsmüll an – und wer die Ware wieder retour schickt, verschlechtert den CO2-Ausstoß rasant und produziert damit weitere Müllberge. Denn oft wird die Retourware einfach entsorgt. Fazit: Es hängt von vielen Parametern ab, ob die Online-Variante tatsächlich besser ist. Was also hilft wirklich? Erstens: Ziehen Sie regionale Produkte vor. Zweitens: Unterstützen Sie den lokalen Handel, sonst veröden die Innenstädte. Und drittens: Sollten Sie online nach Geschenken suchen, nutzen Sie doch dazu mal eine grüne Suchmaschine wie zum Beispiel Ecosoa.com.

Geschenke in Packpapier (Foto: Shutterstock/kobeza)

3. Das Geschenkpapier

Die Bescherung ist vorbei und das Wohnzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld: das aufgerissene Geschenkpapier, noch schnell vorher gekauft, liegt verteilt auf dem Boden. Dazu Plastikschleifen, Tesafilmreste – jede Menge Müll, der nicht immer einfach zu recyceln ist. Geht auch anders: Nutzen Sie zum Beispiel umweltfreundliches Packpapier, das können Sie noch individuell kreativ bemalen. Denn Papier ist in der Herstellung besonders energieintensiv. Laut Umweltbundesamt verbraucht eine Tonne Papier genauso viel Energie wie eine Tonne Stahl. Recyceltes Papier verbraucht immerhin nur halb so viel Energie und ein Drittel weniger Wasser als normales Papier. Besser ist es, wenn Sie also Geschenkepapiertüten kaufen, die man oft wiederverwerten kann. Auch altes Zeitungspapier lässt sich noch dekorativ als Geschenkverpackung nutzen. Oder Sie verzichten am besten ganz auf Papier und nutzen Geschänkesäckchen aus Stoff. Und vielleicht muss das Plastik-Geschenkband doch nicht sein.

4. Die Dekoration

Alle Jahre wieder präsentiert der Handel ab Oktober jede Menge Weihnachts-Klimbim, vieles ist billig produzierte Ware aus Asien. Laut aktuellen Medienberichten werden 70 Prozent aller weltweiten Weihnachtsartikel in der chinesischen Industriestadt Yiwu produziert. Selten entsprechen dort die Produktionsbedingungen europäischen Standards. Doch davon erzählen die glitzernden Produkte, die hier in den Regalen angeboten werden, nichts. Und bevor man sich versieht, landet schon wieder irgendein Kitsch-Ding für ein paar Euro im Einkaufskorb.

Bevor Sie das nächste Mal zuschlagen, fragen Sie sich bewusst, ob Sie diesen Konsumwahn, der auf den unfairen Arbeitsbedingungen in anderen Teilen der Welt fußt und wegen der Transportwege eine schlechter Ökobilanz aufweißt, mitmachen wollen. Oder ob es nicht schöner ist, vielleicht mal mit der Familie selbst umweltfreundliche Festtags-Deko zu basteln. Ob Mandarinen-Sterne, Plätzchen, Tannenzapfen – das Internet ist voll von Anregungen. Und Spaß macht die kreative Auszeit auch noch.

Weihnachtsbaum im Topf (shutterstock/didecs)

5. Der Baum

Laut Einzelhandel werden pro Jahr etwas mehr als 28 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. Die meisten sind schnell hochgezüchtete Nadelbäume aus Monokulturen, die nach dem Fest auf dem Müll landen. Umweltfreundlicher ist, wenn Sie sich einen Baum aus der Region mit Wurzeln kaufen, der nachher eventuell im eigenen Garten eingepflanzt werden kann. Oder Sie achten darauf, dass Sie einen Baum mit einem Ökosiegel – FSC, Demeter, Naturland – erwerben. Diese Exemplare sind so angepflanzt, dass sie ohne Pestizide und Herbizide auskommen. So werden Pflanzen und Tiere geschont.

6. Die Beleuchtung

Was wäre Weihnachten ohne stimmungsvolle Beleuchtung? Ohne das Blinken und Leuchten überall wäre die dunkle Jahreszeit ja noch trister. Aber manche Deko-Lichter sind wahre Energiefresser. Wie wäre es, wenn Sie ihren Baum mit Kerzen aus Bienenwachs schmücken, die Sie dann für eine gewisse Zeit anzünden. Der Vorteil: Das verbraucht keinen Strom und sie inszenieren diesen Kerzen-Moment ganz bewusst. Wenn Sie aus Sicherheitsgründen lieber eine Lichterkette nutzen möchten, dann greifen Sie auf energiesparende LED-Lichter zurück. Und: Verwenden Sie eine Zeitschaltuhr, so ist sichergestellt, dass nachts nichts Strom verbraucht, was eh keiner sieht.

Entenbraten (Shutterstock/Dar1930)

7. Das Essen

Beim Weihnachtsessen scheiden sich die Geister. Fisch? Fleisch? Würstchen mit Kartoffelsalat? Zu welcher Fraktion Sie auch gehören, sollte bei Ihnen ein Tier auf den Teller kommen, dann können Sie auf Folgendes achten: Kaufen Sie Gänse besser in der etwas teureren Bio-Variante. Denn die preiswerten stammen oft aus dem Ausland, sind voll mit Medikamenten und wurden unter Zwangsernährung gemästet. Wer Fisch serviert, ist mit heimischem Karpfen oder einer europäischen Forelle gut beraten – hier auf das MSC-Siegel achten. Wer auf einen deftigen Braten setzt, sollte ebenfalls auf Bioqualität achten.

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