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Halden im Revier

Tiger&turtle (Foto: © Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius)

Das ist ja wohl der Gipfel!

Sie sind die Berge des Reviers, sie bieten Aussichtsplateaus für romantische Sonnenuntergänge und locken als Erlebnisareale viele Sportbegeisterte an: die Halden des Ruhrgebiets. Sie sind aber auch stumme Zeugen des Bergbaus, viele sind als sogenannte Abraumhalden in der Nähe von Bergwerken entstanden. Irgendwohin musste man schließlich das Gestein und die Erdmasse schaufeln, die bei der Arbeit unter Tage entstanden war. Der Bergbau ist mittlerweile Geschichte, die Halden aber erleben eine wahre Renaissance: Nicht wenige wurden aufwendig umgebaut und mit außergewöhnlichen Gipfel-Kunstwerken verziert. So sind beliebte Ausflugsziele entstanden, die immer mehr Besucher anlocken. Mit rewirpower.de erfahren Sie, wo man dem Himmel auf spannende Weise nahe kommt!

Herten

Halde Hoheward (Foto: H. Vossgraff)

Die Astronomische: Halde Hoheward

Diese Halde wurde lange und aufwendig saniert. Mittlerweile hat sie sich zu einem weitläufigen Erlebnisareal zwischen Herten und Recklinghausen entwickelt. Zusammen mit der nahe gelegenen Halde Hoppenbruch bildet sie den Landschaftspark Hoheward. Entstanden ist die 150 Meter hohe Halde Hoheward aus den Aufschüttungen diverser Zechen in der Umgebung. In den letzten Jahren wurde der künstliche Berg mit Wegesystemen, Aussichtspunkten und einem weithin sichtbaren Horizontobservatorium auf dem Gipfel ausgebaut. Diese Infrastruktur nutzen viele Mountainbiker, Skater, Wanderer und andere Freizeitsportler.

Höhepunkt: Hoheward ist ein Muss für Hobbyastronomen. Schon von weitem lässt sich das beeindruckende Horizontobservatorium erkennen, zwei Bögen mit einem Durchmesser von etwa 45 Metern spannen sich wie eine Halbkugel über einen kreisrunden Platz. Wer dort steht, kann mit ein wenig astronomischem Vorwissen die Himmelskörper präzise beobachten. Außerdem gibt es dort bei klarer Luft eine unschlagbare Aussicht auf das Ruhrgebiet. Beobachter mit guten Augen sollen sogar den Düsseldorfer Fernsehturm erkennen können. Eine weitere Besonderheit ist eine Sonnenuhr mit einem Edelstahl-Obelisk,der als Zeiger funktioniert. Diese Attraktion befindet sich auf einem weiter südlich gelegenen Plateau.

Wo?
Besucherzentrum Hoheward
Werner-Heisenberg-Straße 14
45699 Herten

Bottrop

Halde mit Tetrader (Foto: Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius

Die Pyramidale: Halde Beckstraße

Die fast 100 Meter hohe Halde in Bottrop hat sich zu einem großen Besuchermagneten entwickelt. Grund ist eine weithin sichtbare Pyramide auf dem Gipfel, die von Wolfgang Christ entworfen wurde. Entstanden ist die neue Landmarke 1995 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark. Als Aussichtsplattform „Emscherblick“ sollte sie ihren Gästen einen fulminanten Blick über die Emscherregion bieten - und tut dies heute noch sehr eindrucksvoll.

Höhepunkt? Die Aussichtsplattform auf dem Gipfel ist gemeinhin als Tetraeder bekannt. Die begehbare Stahlkonstruktion in Pyramidenform ist etwa 60 Meter hoch und kann per Treppe erkundet werden. Bei Dunkelheit wird der Tetraeder illuminiert – ein echter Hingucker!

Wo?
Halde Beckstraße
Beckstraße
46238 Bottrop

Bottrop

Radfahrer auf der Halde: Foto: Ruhr Tourismus / Ralph Lueger

Die Symbolträchtige: Halde Haniel

Die Halde Haniel, ebenfalls in Bottrop gelegen, ist mit 185 Metern eine der höchsten begehbaren Halden im Revier. Entstanden ist sie aus dem Abraummaterial der Zeche Prosper. Noch heute werden die nördlichen Teile der weiträumigen Halde zur Aufschüttung genutzt – und sind dort nicht für die Öffentlichkeit freigegeben. Zum Gipfel führt ein Kreuzweg aus 15 Stationen.

Höhepunkt? Auf dem Gipfel ist ein großes Kreuz aufgestellt, das der Oberhausener Künstler Adolf Radecki anlässlich eines Papstbesuches 1987 gefertigt hat. Außerdem befindet sich dort ein Amphitheater, das regelmäßig für Vorstellungen genutzt wird. Ein farbenfrohes Highlight sind die 100 bunt bemalten, in einer Reihe aufgestellten „Totems“ des baskischen Künstlers Augustín Ibarrola. Als Material nutzte er dafür ausgediente Bahnschwellen.

Wo?
Halde Haniel
Kirchellener Straße
46145 Oberhausen

oder

Fernewaldstraße
46242 Bottrop

Gelsenkirchen

Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe (Foto: Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius )

Die Himmlische: Halde Rheinelbe

Am Rande von Gelsenkirchen-Ückendorf erhebt sich die Halde Rheinelbe, etwa 100 Meter hoch und mit großem Weitsichtpotenzial. Entstanden ist sie aus dem Abraummaterial der gleichnamigen Zeche, die bereits 1928 geschlossen wurde. Der Berg ist zur Hälfte mit Wald bedeckt, auf dessen verschlungenen Wegen zahlreiche Skulpturen zu finden sind. Etwa ab halber Höhe ist ein Kegel aus Schotter aufgeschüttet, die Landschaft ist karg – und ganz oben trohnt die Himmelstreppe. Auf der Halde begegnen einem viele Biker und Freizeitsportler.

Höhepunkt? Die Himmelstreppe macht definitiv den Reiz dieses Ortes aus. Sie sieht aus der Ferne betrachtet aus wie ein Turm-Relikt der Azteken oder Maya. Tatsächlich ist die zehn Meter hohe Gesteinskonstruktion ein Kunstwerk des Revier-Künstlers Hermann Prigann. Die Betonquader, aus denen das Werk gebaut wurde, stammen übrigens von einer ehemaligen Dortmunder Zeche.

Wo?
Halde Rheinelbe
Leithestraße
45886 Gelsenkirchen

Gelsenkirchen

Halde Rungenberg (Foto: STadt Gelsenkirchen)

Die Leuchtende: Halde Rungenberg

Diese Gelsenkirchener Halde ist einzigartig im Revier, hat sie doch gleich zwei Gipfel zu bieten, die gut 110 Meter hoch sind. Entstanden ist die Doppelhalde aus dem Abraum der Zechen Hugo/Ewald. Von weitem betrachtet wirkt sie wie ein kahler Berg, doch wer sich an die Besteigung macht, wird sehen, dass es durchaus grüne Seiten gibt. Zahlreiche Wege schlängeln sich bis zu den Gipfeln. Wer direkt nach oben will, kann eine Treppe wählen. Diese befindet sich am Zugang Holthauser Straße und hat gut 300 Stufen.

Höhepunkt? Blickfang sind zwei Scheinwerfer, die sich auf den beiden Haldengipfeln gegenüberstehen. Viele Autofahrer haben von der A2 schon mal das sogenannte Nachtzeichen gesehen: Weit sichtbar kreuzen sich in der Dunkelheit die zwei Lichtstrahlen der Halden-Schweinwerfer im Nachthimmel. Die Installation haben die Künstler Klaus Nucolak und Hermann EsRichter 1999 entwickelt. Von den beiden stammt ein weiterer Höhepunkt auf der Halde. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Schienenplateau – ein Bodenrelief, das komplett aus Zechenbahngleisen besteht. 5.500 Meter Schiene liegen hier quer übereinander und vermitteln den Eindruck eines „Gleisteppichs“.

Wo?
Halde Rungenberg
Holthauser Straße oder Schaffrathstraße
45897 Gelsenkirchen

Duisburg

Tiger & Turtle (Foto: Ruhr Tourismus/Jochen Schlutius )

Die Geschwungene: Heinrich-Hildebrand-Höhe

Im Süden Duisburgs wurde rund um die ehemalige Schlakenhalde der Wanheimer Metallhütte ein rund 14 Hektar großer Park neu gestaltet. Die etwa 33 Meter hohe Halde, später umbenannt in Heinrich-Hildebrand-Höhe, diente dabei als Ausgangspunkt für einen Gestaltungswettbewerb. Der Gipfel, so die Aufgabe, sollte einen möglichst spektakulären Blickfang erhalten. Durchgesetzt hat sich der Entwurf „Tiger & Turtle/Magic Mountain“ des Künstlerduos Ulrich Genth und Heike Mutter.

Höhepunkt? Wahrlich nicht zu übersehen: Wie eine Achterbahn sieht die begehbare Skuptur „Tiger & Turtle“ aus. Eine geschwungene Formation aus Zink und Stahl, die tatsächlich auch ein Looping zu bieten hat. Dieser ist der einzige Abschnitt, der nicht frei zugänglich ist, ansonsten spazieren Besucher dort neugierig die geschwungenen Pfade in die Höhe. Der ungewöhnliche Name der Landmarke rührt daher, dass die Form der Skulptur an einen Tiger erinnert, der von den Besuchern im Tempo einer Schildkröte erkundet wird.

Wo?
Heinrich-Hildebrand-Höhe
Berzeliusstraße / Ecke Kaiserswerther Straße
47249 Duisburg

Essen

Schurenbachhalde (Foto: Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius)

Die Historische: Schurenbachhalde

Entstanden ist diese Halde in Essen-Altenessen als „Abfallprodukt“ der Zeche Zollverein. Als diese 1986 geschlossen wurde, nutzten weitere Bergwerke in der Nähe den Abraumplatz. Erst 1998 bekam die etwa 50 Meter hohe Halde ein neues Kleid. Zunächst wurde sie renaturiert, dann entstand auf dem Areal ein „Waldpark Schurenbach“ und auf dem Gipfel wurde eine mehrere Meter hohe Bramme in den Boden gerammt. Die erinnert weithin sichtbar an die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets.

Höhepunkt? Wer die Treppenstufen zur Schurenbachhalde ganz hinauf steigt, wird mit einer 15 Meter hohen Skulptur konfrontiert. Es ist eine Bramme, also eine Walzstahlplatte, die auf dem Plateau in den Himmel ragt. Ihr Erschaffer, der amerikanische Bildhauer Richard Serra, taufte sie „Bramme für das Ruhrgebiet“.

Wo?
Schurenbachhalde
Emscherstraße
45329 Essen

Herne

Die Kleine: Halde Pluto

Die in Herne gelegene Halde Pluto gehört mit gerade mal etwa 40 Metern Grundhöhe zu den kleinen ihrer Art. Auch sie ist aus Bergematerial entstanden, ganz in der Nähe befand sich die Zeche Pluto. Die Halde liegt direkt an der beliebten Radroute Erzbahntrasse. Zum Teil wurde der Berg künstlich aufgeforstet.

Höhepunkt? Die neueste Attraktion ist seit 2014 eine fünf Meter hohe Aussichtskanzel. Die Besucher müssen zunächst 40 Stufen erklimmen, um auf das Plateau zu kommen. Von dort bietet die Kanzel dann in 75 Meter Höhe einen guten Ausblick über Region.

Wo?
Zeche Pluto-Wilhelm
Wilhelmstraße
44651 Herne

Castrop-Rauxel

Die Richtungsweisende: Halde Schwerin

Wer in Castrop-Rauxel auf den höchsten Berg steigen möchte, der sollte die Halde Schwerin besuchen. Mit fast 150 Metern Höhe zählt sich zu den höheren Halden der Region, ist aber von der Grundfläche her eher klein und wird von Touristenströmen verschont. Entstanden ist die Bergehalde aus dem Abraummateril der Zeche Graf Schwerin, in den 1990er-Jahren wurde die Halde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark neu gestaltet. Zur Halde führen vier unterschiedlich gestaltete Wege, sie bilden das sogenannte Geo-Kreuz.

Höhepunkt? Auf dem Gipfel der Halde zeigt sich eine begehbare Sonnenuhr, bestehend aus 24 Stahlstelen. Sie funktionieren als Zeitmesser und bilden gleichzeitig eine interessante Landmarke. Entworfen hat sie der Castrop-Rauxeler Künstler Jan Bormann.

Wo?
Halde Schwerin
Bodelschwingher Straße
44577 Castrop-Rauxel

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