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Industriekultur

Abstich (Foto: Shutterstock/Andrey N Bannov)

Wo der Pott kochte

Zwar sind die Zeiten von Kohle und Stahl schon fast Geschichte. Doch die alten Bauten stehen heute als Denkmale für die Wurzeln des größten europäischen Ballungsraumes.

Eindrucksvolle Architektur von internationalem Rang gilt es hier ebenso zu bewundern wie die Geschichte der Menschen und ihrer Arbeit, die das Gesicht der ganzen Region geprägt haben. Beim Besuch der Industriedenkmäler steht neben dem Erinnerungsaspekt das Abenteuer im Vordergrund: Überall gibt es Neues zu entdecken und Aufregendes zu erleben.

Bochum

Jahrhunderthalle (Foto: Bochumer Veranstaltungs-GmbH)

Jahrhunderthalle Bochum

Die eindrucksvolle Halle wurde als repräsentative Ausstellungshalle des "Bochumer Vereins" für die Düsseldorfer Gewerbeausstellung 1902 gebaut. Anschließend wurde sie als Gebläsehalle für die Hochöfen im Bochumer Gussstahlwerk genutzt.

Die luftige Stahlkonstruktion gilt als eines der ersten Beispiele für einen rein zweckbestimmten Industriebau. Wegen der stetig zunehmenden Zahl von Maschinen musste die Jahrhunderthalle wieder und wieder erweitert werden, bis sie ihre heutige imposante Größe von rund 8.900 Quadratmeter erreichte.

1993 wurde die Halle saniert. Seitdem wird sie für vielfältige Veranstaltungen genutzt. Heute ist sie Zentrum des neuen Westparks und seit April 2003 zentrales Festspielhaus der RuhrTriennale.

Weitere Infos:

Jahrhunderthalle Bochum
Gahlenschestr./ Ecke Alleestr., 44793 Bochum
www.jahrhunderthalle-bochum.de

Bottrop

Tetraeder (Foto: Stadt Bottrop)

Tetraeder

Der Tetraeder – eine dreiseitige Pyramide aus Stahlrohren auf der ehemaligen Halde Prosper – ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Von ganz oben können Schwindelfreie den Blick über das „Haldenereignis Emscherblick“ schweifen lassen.

Die technischen Dimensionen sind beeindruckend. 50 Meter hoch, eine Kantenlänge von 60 Metern, mit einer gesamt Rohrlänge von 1,5 Kilometern stützt sich die Stahlkonstruktion auf vier acht Meter hohe Betonpfeiler. Dennoch wirkt die 210 Tonnen schwere Konstruktion filigran. Nachts erstrahlen an der Spitze der Pyramide weithin sichtbar gelbe Lichtbänder.

Die 65 Meter hohe Halde, auch "Monte Schlacko" genannt, wurde von 1969 bis 1993 aufgeschüttet. Der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) gestaltete sie in eine Parklandschaft mit Serpentinen um, auf denen man bequem zum Gipfel spazieren kann. Der kürzeste Weg nach oben ist ein Treppenaufgang mit 387 Stufen.

Weitere Infos:
Tetraeder
Beckstraße, 46238 Bottrop
www.ruhr-tourismus.de

Dortmund

Portal der Maschinenhalle (Foto: LWL-Industriemuseum, Annette Hudemann)

Zeche Zollern

Die Zeche Zollern im Dortmunder Stadtteil Bövinghausen wird oft als "Schloss der Arbeit" bezeichnet. Die Jugendstil-Anlage ist wohl eines der architektonisch beeindruckendsten Baudenkmäler im Ruhrgebiet.
Das prächtige Portal rettete die Maschinenhalle 1969 vor dem drohenden Abriss.

Heute ist Zollern Museum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus. Das Westfälische Industriemuseum präsentiert die Musterzeche als Zeugnis für den Strukturwandel im Revier. Die Dauerausstellung erklärt beispielhaft den harten Arbeitsalltag hinter den schönen Backsteinfassaden und unter Tage. Kinder schlüpfen bei Führungen in die Rolle von Bergleuten. In einem Untertage-Raum und auf dem Gelände gibt es viel Platz zum Spielen. Feste, Filmabende, Konzerte und Vorträge runden das Angebot ab.

Weitere Infos:
Zeche Zollern
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
www.lwl.org

Duisburg

Landschaftspark bei Nacht (Foto: Horst Zielske)

Landschaftspark Duisburg-Nord

Neues Leben vor den alten Hochöfen: In Duisburg zeigt sich der Strukturwandel von seiner schönsten Seite. Heute gestalten Menschen ihre Freizeit an einem Platz, wo früher hart gearbeitet wurde.

Neben dem Wandern und Radfahren bietet der Landschaftspark Möglichkeiten für vielfältige sportliche Aktivitäten.Taucher und Alpinisten nutzen die alten Industriedenkmäler für ihre Zwecke. In den ehemaligen Erzbunkern wurden attraktive Klettergärten geschaffen, ein Gasometer wurde zu einem Tauch-Trainingszentrum umgestaltet. Und besonders für Kinder gibt es jede Menge zu entdecken. Der Park ist rund um die Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos:
Landschaftspark Duisburg-Nord
Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
www.landschaftspark.de

Essen

Zeche Zollverein (Foto: Stadt Essen)

Zollverein Schacht XII

Die Zentralschachtanlage XII der Zeche Zollverein ist heute eines der bekanntesten Industriedenkmäler. Im Dezember 2001 wurde sie von der UNESCO mit dem Titel Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Als einst größtes Steinkohlenbergwerk Europas, zeitweise sogar weltweit, war Zollverein zugleich Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt für 5.000 Bergleute und deren Familien. Auf den Rundgängen lernen die Besucher die Funktion einer großen Zeche kennen; sie erhalten einen lebendigen Eindruck von der Arbeitssituation im Bergbau zwischen den Jahren 1932 und 1986 sowie den besonderen Schwierigkeiten und Leistungen des Ruhrbergbaus.

Seit 2008 ist das Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwäsche von Zollverein untergebracht. Anhand von 6.000 Exponaten wird die Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes greifbar.


Weitere Infos:

Zeche Zollverein, Schacht XII
Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen
www.zollverein.de

Eisbahn auf Zollverein

Kokerei Zollverein

Die 1957 bis 1961 errichtete Kokerei Zollverein galt lange als modernste Kokerei Europas. Wo einst täglich 10.000 Tonnen Kohle zu Koks veredelt wurden, leisten heute herausragende künstlerische Projekte einen Beitrag zur Neuinterpretation des Ortes.

Nachts erstrahlt die Kokerei als imposantes Gesamtkunstwerk – inszeniert von den britischen Lichtkünstlern Speirs und Major. In der Mischanlage werden temporär Kunstausstellungen geboten. Im Salzlager lädt die Installation „The Palace of Projects“ von Ilya und Emilia Kabakov in eine Welt der Utopien und Träume ein. Im Winter können die Gäste das Denkmal als Eisläufer auf einer Eisbahn von 150 Metern Länge erkunden.

Weitere Infos:

Zeche Zollverein, Kokerei
Ahrendahls Wiese, 45141 Essen-Katernberg
www.zollverein.de

Gelsenkirchen

Zeche Nordstern (Foto: Stadt Gelsenkirchen)

Nordsternpark

1997 wurde die Bundesgartenschau auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei ausgerichtet. In nur 4 Jahren nach der endgültigen Stilllegung entstand ein Areal, das nach der BuGa als Naherholungsgebiet dient.

Die noch erhaltenen gebliebenen Gebäude (Mischhalle der Kokerei, Förderschacht, Maschinenhaus usw.) dienen heute als markante Landschaftspunkte. Selbst die Abraumhalden erhielten durch Begrünung neuen Sinn.

Für Kinder gibt es einen großen Abenteuerspielplatz. Auch sonst gibt es viel zu entdecken auf dem ehemaligen Zechengelände. Es gilt, Aussichtspunkte zu erklimmen, Kanäle zu überqueren, Klettersteige zu bewältigen und die Natur zu entdecken.

Weitere Infos:
Nordsternpark Gelsenkirchen
Am Bugapark, 45899 Gelsenkirchen
www.ruhr-tourismus.de

Hattingen

Henrichshuette Hattingen (Foto: LWL-Industriemuseum, Annette Hudemann)

Henrichshütte Hattingen

Die 1854 gegründete Henrichshütte war eines der traditionsreichsten Eisenhüttenwerke des Ruhrgebiets. Bis zu 10.000 Arbeiter produzierten hier Eisen und Stahl. Gegen den erbitterten Widerstand einer ganzen Region wurde 1987 Hochofen 3, der älteste im Revier, ausgeblasen.

Rundwege erschließen heute das 50.000 Quadratmeter große Gelände des Westfälischen Industriemuseums. Der "Weg des Eisens" führt durch Erz- und Kohlebunker hindurch, vorbei an Maschinenhaus und Winderhitzern, hinauf auf den Hochofen 3 und wieder hinunter in die Gießhalle. Auf Fotos, in Texten, Filmen und Tonbandaufnahmen berichten Menschen über ihre frühere Arbeit auf der Hütte.

Für Kinder wurde ein eigener Rundweg angelegt, auf dem eine Ratte den Rätseln von Eisen und Stahl auf den Grund geht. Anschaulich wird der Alltag auf der Hütte dargestellt.

Weitere Infos:

Heinrichtshütte Hattingen
Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen
www.lwl.org

Herne

Kunstwald (Foto: Stadt Herne)

Kunstwald Zeche Teutoburgia

Siedlung und Zeche Teutoburgia im Nordosten von Herne, nahe der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel, lassen auch heute noch das typische Ensemble von Kolonie und Arbeitsstätte des Bergbaus erkennen.
Der größte Teil der ehemaligen Tagesanlagen ist heute abgerissen. Ein deutsches Fördergerüst von 1907/08 und das Maschinenhaus markieren aber noch den Standort der ehemaligen Zeche Teutoburgia. Umgeben werden sie vom "Kunstwald", der neben modernen Plastiken auch die Umrisse der abgerissenen Zechenbauten am Boden nachzeichnet. Moderne Kunst ist auch das Thema in der Maschinenhalle, wo der Förderverein Teutoburgia Ausstellungen und Workshops durchführt.

Weitere Infos:

Kunstwald Zeche Teutoburgia
Schadeburgstraße, Herne-Börnig
www.kunstwald.de

Oberhausen

Gasometer (Foto: Karola Kohler)

Gasometer Oberhausen

Der Gasometer ist das Wahrzeichen der Stadt Oberhausen. Er ist ein beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Die jährlich wechselnden, großen Ausstellungen im Gasometer Oberhausen sind seit 1994 ein erfolgreicher Bestandteil der Kulturlandschaft im Revier.

Von den Plattformen auf dem Dach dieser Industriekathedrale bietet sich aus 117 Metern Höhe ein atemberaubender Ausblick auf das westliche Ruhrgebiet.

Weitere Infos:

Gasometer Oberhausen
Am Grafenbusch 90, 46047 Oberhausen
www.gasometer.de

Waltrop

Schiffshebewerk Henrichenburg (Foto: LWL-Industriemuseum, A.Hudemann)

Schiffshebewerk Henrichenburg

Der "Aufzug für Schiffe" am Dortmund-Ems-Kanal wurde am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Bis 1970 trug das Hebewerk Frachtschiffe bis zu 600 Tonnen Gewicht mühelos über einen Höhenunterschied von 14 Metern. Heute ist das Bauwerk ein Industriedenkmal von europäischem Rang.

Das Museum bietet Einblicke in die Geschichte der Binnenschifffahrt und des Kanalwesens. In der Maschinenhalle können die Besucher die Welt der Technik und des Dampfes entdecken. Eine historische Werft, Dampfschiffe und schwimmende Arbeitsgeräte sind Attraktionen des Museumshafens am "Oberwasser". An Bord des Motorgüterschiffs "Franz-Christian" lernen Gäste den Arbeitsalltag der Binnenschiffer und ihrer Familien kennen. Kinder können bei speziellen Programmen unter anderem als Schiffsjungen und -mädchen anheuern und das Deck schrubben.

Über einen Rundweg können Gäste den gesamten Schleusenpark mit der alten Schachtschleuse von 1914, dem neuen Hebewerk von 1962 und der neuen Schleuse von 1989 erkunden.

Weitere Infos:
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2, 45731 Waltrop
www.lwl.org

Witten

Historisches Betriebsgebäude der Zeche Nachtigall (Foto:  LWL-Industriemuseum, Annette Hudemann)

Zeche Nachtigall

Am Eingang des Wittener Muttentals erinnern mehrere historische Bruchsteingebäude der ehemaligen Zeche Nachtigall an den frühen Bergbau an der Ruhr. Das Bergwerk entwickelte sich aus einer 1714 erstmals erwähnten Kleinzeche. Sie ging 1832 vom Stollenbau zum Tiefbau über und setzte dabei auch Dampfmaschinen zur Wasserhaltung und Kohlenförderung ein. Im Maschinenhaus steht eine der ältesten Dampffördermaschinen des Reviers, die nach erfolgten Restaurierungsmaßnahmen zukünftig regelmäßig vorgeführt wird.

Das Westfälische Industriemuseum informiert an seinem Standort Zeche Nachtigall über die Entwicklung des Bergbaus im Ruhrtal. Im Besucherbergwerk Nachtigallstollen können Museumsgäste – ausgerüstet mit Helm und Grubenlampe – zu einem echten Steinkohleflöz vorstoßen.

Der ausgeschilderte "Bergbaurundweg Muttental" führt in die Geschichte des frühen Bergbaus ein. Zu besichtigen ist u. a. das "Bethaus der Bergleute". In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Gruben- und Feldbahnmuseum auf der ehemaligen Zeche Theresia.

Weitere Infos:
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35, 58452 Witten-Bommern
www.lwl.org

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