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Eisessen im Revier

Eissorten in der Thekenauslage (Foto: RossHelen/Shutterstock.com)

Kleine Eiskunde

Wer hat’s erfunden?
Die Italiener natürlich! Falsch, stimmt gar nicht. Es waren offenbar, so heißt es in den meisten Quellen, die Chinesen. Sie sollen schon im Jahr 3.000 vor Christus Gletscherschnee mit Früchten, Honig und Rosenwasser zu Eis vermischt und dann in tiefen Kellerhöhlen aufbewahrt haben. Kreuzfahrer brachten das Wissen über das Eismachen nach Europa. Einer der Weltreisenden, Marco Polo aus Venedig, hatte Chinas Eis kennengelernt und brachte einige Rezepte mit nach Italien. Doch erst vor fünfhundert Jahren konnten die Europäer dann künstliche Kälte erzeugen und damit Eis ortsunabhängig lagern. Von da an war es möglich, Milchprodukte einzufrieren und Eissorten, ähnlich wie wir sie heute kennen, herzustellen.

Bald darauf wurde das Eisherstellen zum Beruf: Die Eismacher nahmen ihre Arbeit auf. Dabei haben sich die italienischen „Gelatere“ besonders hervorgetan. Was jedoch die industrielle Verarbeitung angeht, waren Amerika und Deutschland weit vorne: 1851 öffnete die erste Eisfabrik in Baltimore und 1876 erfand der deutsche Ingenieur Carl von Linde die erste Kältemaschine, nach deren Prinzip auch heute noch Kühlschränke funktionieren. Die erste Eisdiele soll übrigens in Paris eröffnet worden sein.

Was sind die beliebtesten Sorten?

Was Eissorten angeht, da haben die Deutschen schon seit Jahren ihre Favoriten. Trotz der vielen neuen Kreationen à la Limette-Basilikum lieben sie es ganz klassisch. Regelmäßig landet der Klassiker Vanille auf Platz eins der Lieblingssorten, dicht gefolgt von Schokolade und Stracciatella. In den vergangen Jahren sind die Joghurt-Eis-Variationen in der Gunst der weiblichen Eisliebhaber gestiegen. Fast acht Liter Eis essen die Deutschen pro Jahr – und landen damit eher im Durchschnitt. Im warmen Portugal werden nur circa vier Liter jährlich geschleckt, dafür sind es in Amerika stolze 13 Liter pro Person.

Die beliebte kühle Kugel gibt es in verschiedenen Variationen: als Creme-Eis bestehend aus mindestens 50 Prozent Milch, als Wassereis bestehend aus hauptsächlich gefrorenem Wasser und Zucker – und als Sorbet aus halbgefrorenem Fruchtpüree und Zucker. Auch Softeis ist gängig, das bezeichnet aber keine Sorte, sondern die Zubereitungsmethode.

Wie wird Eis hergestellt?

Die Zubereitung von Speiseeis erfolgt durch das ständige Rühren der vermischten Zutaten. Durch die Bewegung gelangen Luftbläschen in das Gemisch und sorgen dafür, dass Eiskristalle klein bleiben. So entsteht eine besonders cremige Sorte. Fruchteis kommt zu seinem Namen, wenn es zu einem Fünftel aus Früchten besteht, beim Sorbet müssen es mindestens 25 Prozent sein.

Zu den erfolgreichsten Eismachern in Deutschland zählen Italiener, die hauptsächlich aus einem bestimmten Tal in den Dolomiten kommen. Man nennt es das „Tal der Gelatieri“. Von dort, einer damals ärmlichen Region Norditaliens, haben sich die ersten Eismacher auf den Weg über Österreich nach Deutschland gemacht, wo sie in den 1950er-Jahren die ersten Eisdielen eröffneten. Deshalb heißen so viele Eisdielen auch "Eiscafé Dolomiti".

Der Kalorien-Check

Genuss ohne Reue? Funktioniert (fast) auch beim Speiseeis. Am besten Sorbet oder Fruchteis schlecken, dann landet später nicht ganz so viel auf der Hüfte. Im Durchschnitt hat ein Fruchteis ein Viertel bis zur Hälfte weniger Kalorien als Milcheis. Doch selbst das oft als besonders süß verschriene Softeis ist gar nicht so ein Dickmacher. Da es mit viel Luft geschlagen wird, enthält es weniger Kalorien, als übliches Eis – zumindest ohne Schokosauce. Allerdings wird Softeis etwas wärmer gelagert und ist damit eher anfällig für Salmonellen. Übrigens, wer es kalt und cremig liebt, aber auf Kalorien achtet, für den ist Frozen Yoghurt eine leckere Alternative. Im Revier öffnen immer mehr Läden, die die kalorien- und fettarmen Kugeln aus gefrorenen Joghurt-Sorten anbieten. Und wem Kalorien völlig egal sind, der kann beherzt zu den klassischen Eisbechern greifen – Spitzenreiter mit mehr als 600 Kilokalorien sind der Krokantbecher und der Banana-Split.

Das steckt in einer Kugel Eis:

Cookie: 120 Kcal
Amarena: 102 Kcal
Schokolade: 86 Kcal
Vanille: 75 Kcal
Joghurt: 54 Kcal
Erdbeere: 52 Kcal
Zitrone: 40 Kcal
Frozen Yoghurt: 25 Kcal

Das Eismuseum

Die Italiener haben vielleicht nicht das Eismachen erfunden, aber sie haben eine besondere Tradition als Eishersteller. Deshalb verwundert es schon, dass erst 2012 ein Eismuseum in Italien eröffnet wurde. Und zwar in der Nähe von Bologna, im kleinen Vorort Anzola dell'Emilia. Dort erfahren Besucher nicht nur alles über die Geschichte des Eisherstellens, sie dürfen auch in der hauseigenen Gelateria selbstgemachte kühle Creme-Kreationen probieren. Die Betreiber bieten außerdem Workshops an, in denen die hohe Kunst des Eismachens erlernt wird.