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Essen und Trinken

Pizza in Herzform (Foto: Africa Studio/Shutterstock.com)

Genuss mit gutem Gewissen

Deutschland ist das Heimatland der Discounter. Zählt beim Thema Lebensmittel allein der Preis? Immer mehr Menschen auch im Ruhrgebiet sehen das anders. Im Ökobarometer 2019, einer Studie des Bundeslandwirtschaftsministeriums, gaben 9 von 10 Befragten an, zumindest gelegentlich Bioprodukte zu kaufen. 49 Prozent tun das sogar häufig oder sehr häufig. Auch Regionalität – und damit kurze Transportwege von Lebensmitteln – sind immer mehr Menschen wichtig. Doch wo gibt es gute Lebensmittel und wo liegen die Stärken dieser Bezugsquellen? rewirpower.de hat sich im Ruhrgebiet umgesehen.

Verkäuferin und Verkäufer in einem Hofladen (Foto: Monkey Business Images/Shutterstock.com)

Hofläden

Bauernhöfe in einer Metropolregion? Das ist nur für Außenstehende ein Widerspruch. Wer im Ruhrgebiet lebt, weiß, wie grün es hier ist. Gerade die Randgebiete des Reviers sind von Landwirtschaft geprägt. Die größte Stadt im Revier, Dortmund, besteht zu knapp einem Viertel aus landwirtschaftlich genutzten Flächen und es gibt entsprechend viele Bauernhöfe. Und selbst in Herne, einer der am dichtesten besiedelten Städte Deutschlands, gibt es Höfe.

Kurze Transportwege
Wer im Hofladen einkauft, weiß, wo die Lebensmittel herkommen. Die stammen nämlich entweder direkt vom Hof oder von umliegenden Betrieben, die die Hofbesitzer gut kennen. Eine persönliche Beratung zu den angebotenen Produkten gehört zum guten Service.

Erlebnis Einkaufen
Beim Shoppen atmen die Kunden Landluft, sehen Trecker, Tiere und Ställe. Wer nach tieferen Einblicken fragt, bekommt sie meist auch. Landwirtschaft muss und will heute transparent sein. Auf manchen Höfen kann man Obst und Gemüse sogar selbst ernten.

Frau kauft in Bioladen ein (Foto: Monkey Business Images/Shutterstock.com)

Bioläden

Mit den Reformhäusern und ihrer eher speziellen Klientel fing es an, und lange blieben Bioläden Anlaufstellen für Menschen mit eher alternativem Lebensstil. Das hat sich geändert – längst sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch große bundesweite Ketten gibt es. Die Fachgeschäfte sind ein wahres Bio-Paradies.

Alles bio oder was?

Im Fachhandel können sich Kunden darauf verlassen, dass wirklich jedes Produkt aus ökologischer Erzeugung stammt. Meist gibt es auch eine Fleisch- und Backtheke im Laden. Wer rundum bio einkaufen möchte, ist hier richtig.

Für Spezialisten

Die Bioläden besitzen ein großes Sortiment an Spezialprodukten für Allergiker. Gluten- oder laktosefrei? Überhaupt kein Problem. „Spuren von XY“ gibt es in Produkten, die oft aus kleineren Betrieben stammen, auch seltener. Und Gentechnik ist hier ohnehin tabu.

Viele Einkaufswagen (Foto: 06photo/Shutterstock.com)

Bio aus dem Supermarkt

Auch Discounter und andere Supermärkte haben längst hunderte, wenn nicht tausende Bioprodukte im Angebot. Das liegt auch daran, dass immer mehr Betriebe auf ökologische Landwirtschaft umstellen und so mehr Ware verfügbar ist. Aber auch daran, dass große Handelsketten sich auf Kunden, die immer bewusster einkaufen, eingestellt haben. Mit Erfolg: Die Ketten machen mittlerweile mehr Umsatz mit Bioprodukten als die Fachhändler.

Alles auf einmal

Wer ohnehin einkaufen geht, kann Bioprodukte im Vorbeigehen in den Einkaufswagen bugsieren. Dabei haben Kunden den direkten Vergleich zu den konventionellen Produkten. Die können abwägen, ob sie bereit sind, den teureren Öko-Artikel zu kaufen oder ob sie doch zur günstigen Variante ohne das Wort „bio“ auf der Verpackung greifen möchten.

Der Preisvorteil

Gerade Discounter bieten Bioprodukte zum Teil deutlich günstiger als der Fachhandel an. Und nicht unbedingt auf Kosten der Qualität. Vielmehr können große Ketten durch die Abnahmemengen Preisvorteile heraushandeln oder sie fangen niedrigere Biopreise mit den Gewinnen bei ihren anderen Waren auf. Trotzdem bieten viele Produkte nur den Bio-Mindeststandard – die Anbauverbände erfüllen mit ihren Siegeln höhere Ökostandards.

Kiste mit Bio-Gemüse (Foto: encierro/Shutterstock.com)

Bio-Lieferdienste

Die Pandemie hat dem Onlinehandel noch mehr Auftrieb gegeben, so dass sich selbst Lebensmittel ohne Probleme nach Hause bestellen lassen. Das Prinzip der Ökokisten ist aber schon einige Jahre alt. Landwirte und Lebensmittelhändler packen ihren Kunden regelmäßig Obst, Gemüse und andere Produkte in eine Kiste und bringen sie vorbei. Und das einmalig oder regelmäßig.

Die Region kommt zu Ihnen

Nicht selbst losfahren und unter Umständen mehrere Geschäfte oder Hofläden abklappern, sondern das Gesamtpaket zu Hause in Empfang nehmen: Durch ausgeklügelte Logistikketten ist das unter Umständen sogar umweltfreundlicher, als wenn die Kunden mit dem Auto selbst losfahren. Zudem setzen Lieferdienste wie die Flotte Karotte aus Bochum bei ihren Lieferwagen auf Elektromobilität.

Regelmäßig frisch versorgt

Die Bio-Kisten kommen auf Wunsch im Abo, in festgelegten Intervallen. Die Grundversorgung für eine frische und gesunde Ernährung ist so durchgängig gesichert. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einmalig oder sporadisch auf das Angebot zurückzugreifen.

Frau kauft auf Wochenmarkt ein (Foto: Life_imageS/Shutterstock.com)

Wochenmärkte

Das Land kommt in die Stadt. Wer die Bauern aus dem Revier und den umliegenden Regionen nicht selbst besuchen kann, für den sind sie schon seit Jahrhunderten ganz nah. Auf den Wochenmärkten, die eine lange Tradition haben. In früheren Zeiten oft die einzige Versorgungsquelle für Städter, sind sie auch in Zeiten immer größerer Supermärkte beliebt. Denn sie gelten als Garant für gute Lebensmittel mit meist kurzen Transportwegen.

Person füllt Linsen in Unverpackt-Laden ab (Foto: dmitriylo/Shutterstock.com)

Unverpackt-Läden

Sie kaufen gute Lebensmittel, oft in Bio-Qualität? Bleibt immer noch das Verpackungsproblem, denn auch Ökoware ist oft mit Plastik oder Pappe umhüllt. Nicht so in den Unverpackt-Läden: Sie bieten Ihnen die Möglichkeit, viele Waren selbst in mitgebrachte Behälter zu füllen. Denn die beste Verpackung ist immer noch die, die gar nicht erst produziert werden muss.