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rewirpower-Interview

Michael Weber, Geschäftsführer von Reich der Spiele

"Spielen ist kein Kinderkram"

Herr Weber, welche Trends gibt es in der Spielebranche?
Eigentlich gibt es gar keinen richtigen Trend. Das ist sehr erfreulich, denn so findet jeder Interessierte ein Gesellschaftsspiel, das für ihn geeignet ist. Auffallend ist aber, dass vor allem kooperative Spiele stark im Kommen sind. Das sind Gesellschaftsspiele, bei denen die Spieler gemeinsam gegen das Spiel antreten und in der Regel auch gemeinsam gewinnen oder verlieren. Einige Spieleerfinder würzen das noch durch einen Verräter, der geheim gegen die Interessen der eigenen Gruppe spielt. Gelingt sein Verrat oder seine Sabotage, verlieren alle anderen Spieler und er ist der Sieger. Diese Art von Spiel ist zwar nicht wirklich neu, aber in den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe interessanter Veröffentlichungen zu diesem Thema.


Welchen Stellenwert haben Gesellschaftsspiele im digitalen Zeitalter?
Einen extrem großen! Denn das klassische Gesellschaftsspiel ist ein Gegenpol zu Computerspielen aller Art. Das gemeinsame Spielerlebnis am Esstisch ist kommunikativ und sozial unheimlich wichtig. Demnach ist das klassische Gesellschaftsspiel kein Auslaufmodell, sondern gewinnt sogar Marktanteile. Eltern erkennen, dass ein entwicklungsförderndes Kinderspiel einen Gegenpol zum digitalen Erlebnis oder TV bedeutet. So ist der Weg vorgezeichnet, denn die Leidenschaft des Spielens hält – mit kleineren Unterbrechungen - meistens ein Leben lang.


Wie hat sich die Spielekultur im Laufe der Zeit verändert?
Die eigentliche Spielkultur hat sich grundsätzlich über mehrere Jahrtausende kaum verändert. Aber sie ist durch eine immer stärkere Professionalisierung der Hersteller einer breiten Masse als Hobby geöffnet worden. Materialien, Themen und Mechanismen haben sich geändert, aber das Spielen ist als Kulturgut fest in der Gesellschaft verankert. Eine Tatsache, die meiner Meinung nach zu selten in der Öffentlichkeit entsprechend gewürdigt wird, denn häufig gilt Spielen als Kinderkram.

Eine aktuelle Veränderung ist, dass sich Gesellschaftsspiele neuen Medien gegenüber öffnen. Das Spiel wird immer mehr zu einer Beschäftigung, die nicht nur auf dem Spieltisch stattfindet, sondern auch auf Tablet-PCs, am Bildschirm oder auf Smartphones. Dennoch bleibt das gemeinsame Wetteifern in der Spielerunde und in der Familie bestehen. Sich auf spannende Themen oder Mechanismen einzulassen und der kommunikative Charakter des Spielens sind fast schon ein Alleinstellungsmerkmal unter den Hobbys.


Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Spiel aus?
Ein gutes Spiel muss in erster Linie Spaß machen. Dabei ist der Geschmack natürlich entscheidend. Aus Sicht eines Spielekritikers gehören noch weitere Aspekte dazu: eine verständliche und fehlerfreie Anleitung, ausbalancierte Mechanismen und gutes Material sowie eine schöne Grafik. Dazu noch eine packende Story, die sich durch das Spiel zieht – dann ist es ein gutes Spiel. Wichtig ist in meinen Augen, dass ein Spiel Atmosphäre vermittelt, denn die bestimmt den Spielspaß nachhaltig mit.

Ich empfehle allen Interessierten, sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen und möglichst viele Spiele auszuprobieren. Eine erste Orientierung ermöglichen auch Rezensionen in Printmedien oder bei Online-Magazinen wie dem unseren.

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