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Ratgeber Mietrecht

Wohnungssuche

Eine Wohnung zu finden ist auch heute noch nicht immer einfach - je nachdem, was man sucht. Zwar hat der Wohnungsmarkt sich entspannt, aber leider nur bei kleineren und eher teuren Wohnungen. Familientaugliche Wohnungen für den kleineren Geldbeutel sind dagegen immer noch Mangelware. Dieser Ratgeber will Wege aufzeigen, wie man an eine Wohnung kommen kann. Tipps, die Sie nach erfolgreicher Suche beachten sollten, enthält der Ratgeber Anmietung.

Methode für Geduldige: Zeitungen
Die klassische Methode der Wohnungssuche ist immer noch das Studium der Anzeigenseiten der Tageszeitung. Neben den Tageszeitungen bieten sich auch die Anzeigenblätter an, die wöchentlich oder zweimal wöchentlich erscheinen.

Anders als früher findet man in den Zeitungen heute meistens Chiffre-Anzeigen. Das heißt für Wohnungssuchende: Man muss jemand anschreiben, den man gar nicht kennt und sich irgendwie als idealer Mieter anpreisen. Wichtigster Tip: Sorgen Sie dafür, daß Ihre Zuschrifft auffällt, und zwar angenehm auffällt. Das gilt schon für den Briefumschlag, denn auf gute Angebote erfolgen dutzende von Zuschriften, von denen sicherlich etliche ungeöffnet bleiben!

Ähnlich sind die Probleme beim eigenen Inserat in der Spalte “Mietgesuche”: Wie weckt man Interesse? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, doch sollte man nicht vergessen, dass die meisten Vermieter Wert auf “solide” Mieter legen.

Mittelfristige Methode: Wohnungsbaugesellschaften
Vor allem Sozialwohnungen befinden sich häufig im Eigentum großer Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften. Diese setzen freie Wohnungen nicht immer in die Zeitungen. Einige vergeben sie über hausinterne Wartelisten, auf die man sich setzen lassen kann. Vor allem städtische Gesellschaften vergeben die Wohnungen häufig nicht allein nach Reihenfolge der Anmeldung, sondern nach sozialen Kriterien. Wer auf so einer Warteliste nicht verschimmeln will, muss der Firma schon klar machen, wie dringend er/sie die Wohnung braucht.

Bei Genossenschaften muss man darüberhinaus Mitglied werden und eine Einlage in sehr unterschiedlicher Höhe zahlen (die man aber nach Auszug zurückerhält). Da aber manche Genossenschaften die Wohnungsnachfrage ihrer Mitglieder kaum befriedigen können, nehmen die meisten neue Mitglieder nur auf, wenn von den bereits vorhandenen niemand die Wohnung haben möchte.

Offizielle Methode: Wohnungsamt
Jede Kommune verfügt über eine Anzahl eigener Wohnungen und eine (größere) Anzahl von Wohnungen, an denen sie Besetzungsrechte hat. Meist sind dies Sozialwohnungen, für deren Bezug man einen Wohnberechtigungsschein braucht. Beides - Schein und Wohnung - bekommt man beim städtischen Wohnungsamt. Natürlich ist auch hier das Angebot extrem begrenzt. Oft kann nicht einmal in den schlimmsten Notfällen geholfen werden. Zumindest wird man hier offiziell als Wohnungssuchende/r registriert. Und je höher deren Zahl, desto mehr Druck macht das den PolitikerInnen, wieder mehr für den Wohnungsbau zu tun.

Methode für Betuchte: Makler
Wer die Kosten nicht scheut, kann die eigenen Chancen steigern und viel Stress sparen, indem er/sie sich an einen Makler wendet. Aber Achtung: Im Gewerbe gibt es viele schwarze Schafe, die Wohnungsengpässe ausnutzen und horrende Summen verlangen, oft auch unter der Hand. Nach dem Gesetz dürfen MaklerInnen nur zwei Monatsmiteten Provision verlangen und das auch nur im Erfolgsfall. Näheres findet sich im Ratgeber „Makler“.

Methode für Dumme: Datenbanken
Die Marktlage wird auch von findigen Geschäftemacherlnnen ausgenutzt, um Wohnungssuchenden Geld ohne nennenswerte Gegenleistung aus der Tasche zu ziehen. Sie locken in Inseraten mit “ständig provisionsfreie Wohnungen” oder ähnlichem, kassieren von ihren Kunden 50 bis 150 Euro und verkaufen ihnen dafür das Abonnement einer Liste mit freien Wohnungen, die keinen Pfifferling Wert ist. Die Wohnungen sind entweder mangelhaft, extrem teuer oder nur für einen sehr eingeschränkten Personenkreis (ältere Dame, keine Kinder, nur Deutsche etc.) zu haben - oder sie sind aus der Zeitung abgeschrieben und manchmal sogar schlicht erfunden.

Das gleiche gilt für Karteien oder Vereine. Die neuste Variante sind Datenbanken im Internet. Dort zahlt man z. B. 90 Euro wird in eine Datei aufgenommen, aus der sich angeblich hunderte von Vermietern (auch große Unternehmen) bedienen - und hört nie wieder etwas davon! Merke: Angebote, bei denen vorab gezahlt werden muss - und sei die Summe auch noch so gering - taugen nichts! Näheres ebenfalls im Ratgeber „Makler“.

Befristete Methode: Mitwohnzentrale
In vielen Großstädten gibt es Mitwohnzentralen, die sich vor allem auf Leute spezialisiert haben, die nur vorübergehend eine Wohnung suchen. Sie vermitteln aber auch Dauermietverhältnisse und vor allem Zimmer in Wohngemeinschaften. Die Provision richtet sich nach der Dauer des Mietverhältnisses.

Methode für Studierende: Wohnheime
Studenen haben auf dem Wohnungsmarkt meist noch schlechtere Karten als andere Menschen. Zwar hilft in der Regel der ASTA bei der Budensuche, aber die Kartei ist so dürftig wie der Wohnungsmarkt. In fast allen Universitätsstädten gibt es jedoch eine Reihe von Studentenwohnheimen, bei denen man sich bewerben kann. Unter Umständen müssen allerdings mehrere Semester Wartezeit einkalkuliert werden. Bei den privaten Wohnheimen muss man sich direkt bewerben (Adressen im Vorlesungsverzeichnis), die Zimmer in den staatlichen vergibt das Akademische Förderungswerk (Studentenwerk).

Methode für Verzweifelte: Klinkenputzen
Wer auf Wohnungssuche ist, sollte Augen und Ohren offenhalten, vor allem unterwegs. lrgendwo keine Gardinen im Fenster, kein Name an der Klingel? Das könnte heißen (muss aber nicht), daß die Wohnung leersteht. Nachbarn fragen, Name des Vermieters geben lassen, anrufen! In Kneipen oder Supermärkten hängen manchmal Pinnwände, auf denen auch der eine oder andere Nachmieter gesucht wird. Es kann sich lohnen, die Wunschgegend daraufhin abzugrasen. Außerdem sollte man überall erzählen, dass man gerade eine Wohnung sucht.

Keine Methode: Mieterverein
Der Mieterverein ist dazu da, die Interessen der Mieter im politischen Raum zu vertreten und seine Mitglieder juristisch zu beraten. Wohnungen vermittelt er nicht. Sollten Sie im Telefonbuch oder in Inseraten einen Verein finden, der so ähnlich klingt (z.B. “Mieter- und Vermietergemeinschaft”, “Mieterselbsthilfe”) und freie Wohnungen anbietet, dann handelt es sich höchstwarscheinlich um ein Kuckuksei, das ähnlich zu bewerten ist wie die bereits erwähnten Verlage - nur dass hier ein “Mitgliedsbeitrag” als verkappte Provision verlangt wird.

Wir hoffen, dass die Informationen in diesem Ratgeber für Sie von Nutzen sind. Bedenken Sie aber, dass auch eine noch so große Fülle an allgemeinen Informationen niemals die persönliche Beratung ersetzen kann. "Fälle" unterscheiden sich in Details, die dem Laien unwichtig erscheinen mögen, aber juristisch bedeutsam sind. Gerichte urteilen verschieden. Wenden Sie sich deshalb an uns bzw. an Ihren örtlich zuständigen Mieterverein, bevor Sie irgendwelche Risiken eingehen!

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